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    <title>Drunken</title>
    <published>2038-01-19T03:14:07Z</published>
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    <content type="html">Titel: Drunken&lt;br /&gt;Autor: Rieke&lt;br /&gt;Spoiler: -&lt;br /&gt;Rating: R-16&lt;br /&gt;Kategorie: MSR, Mulder POV, etwas Humor&lt;br /&gt;Wordcount: 3.971&lt;br /&gt;Disclaimer: Alles nur geliehen. Mulder und Scully gehören leider nicht mir, sondern immer noch Chris Carter, 20th Century Fox und 1013 Productions.&lt;br /&gt;Short-Cut: Mulder trifft Scully in einem Zustand an, den er ihr niemals zugetraut hätte.&lt;br /&gt;Zeit: September 1998&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name="cutid1"&gt;&lt;/a&gt; &lt;div align="center"&gt;&lt;img src="http://pics.livejournal.com/reverieke/pic/00008exk"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Drunken&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;//°//=//°//=//°//=//°//=//°//=//°//&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles begann damit, dass draußen auf der Straße laute Stimmen zu hören waren. Mulder kam gerade vom Joggen und befand sich auf dem Heimweg. Die Stimmen kamen aus der Kneipe, an der er gerade vorbeigelaufen war. Es war schon spät. Er war müde und wollte eigentlich nur noch in sein Bett, aber irgendetwas zog ihn in dieses Haus. Er musste einfach nachsehen, was da drinnen los war. Er ging hinein und schaute sich um. Drinnen war es sehr warm, schwere Rauchschwaden, die in seinen Lungen brannten, hingen in der Luft. Allein das gedämpfte Licht war angenehm. Nur noch wenige Gäste saßen an den kleinen, runden Holztischen. Eine Frau am Tresen beschwerte sich lautstark über etwas bei der Bedienung. Mulder blieb wie vom Donner gerührt stehen. Die Überraschung hätte nicht größer sein können. Die Frau war Scully. Ihre Stimme klang seltsam, irgendwie unkontrolliert. Sie sprach in einem Tonfall, den er bei ihr noch nie gehört hatte. Sie war betrunken. Total betrunken. Mulder schloss die Augen und schüttelte den Kopf. Das konnte doch nicht sein. Doch als er die Augen wieder öffnete, bot sich ihm das selbe Bild wie vorher. Sie sah aus wie Scully, sie hatte ihre roten Haare. Sie trug das selbe schwarze Hemd und den selben kurzen, schwarzen Rock, den sie heute morgen im Büro getragen hatte. Es musste Scully sein. Immer noch nicht davon überzeugt, dass dies keine Halluzination war, ging er auf sie zu und stellte sich neben sie. Es war wirklich Scully. Mulder starrte sie fassungslos an. Endlich fand er die Sprache wieder, die es ihm soeben verschlagen hatte.&lt;br /&gt;„Scully?”, fragte er vorsichtig.&lt;br /&gt;„Was?”, fauchte sie ihn barsch an.&lt;br /&gt;Unwillkürlich zuckte er erschrocken zurück.&lt;br /&gt;„Was ist denn in Sie gefahren?”&lt;br /&gt;Sie musterte ihn von oben bis unten. Sie sah ihn an, als hätte sie ihn noch nie zuvor gesehen. Er befürchtete fast, dass sie vergessen hatte, wer er war.&lt;br /&gt;„Starren Sie mich nicht so an, Mulder.”&lt;br /&gt;Seinen Namen kannte sie also noch. Er wandte sich an die Frau hinter dem Tresen.&lt;br /&gt;„Wie viel hat sie getrunken?”&lt;br /&gt;„Auf jeden Fall genug.”&lt;br /&gt;„Kommen Sie, Scully. Ich bringe Sie nach Hause.”&lt;br /&gt;„Ich will aber noch nicht gehen.”&lt;br /&gt;„Sie werden jetzt mit mir kommen, ob Sie wollen oder nicht.”&lt;br /&gt;„Okay, okay. Ich komm ja schon.”&lt;br /&gt;Sie erhob sich schwerfällig von ihrem Barhocker. Unbeholfen zog sie ihren Mantel an, wollte sich aber nicht dabei helfen lassen. So gerade wie möglich versuchte sie hinter Mulder her nach draußen zu gehen. Es gelang ihr nur mäßig. Sie taumelte und hielt sich an allem fest, was ihr in den Weg kam und irgendwie Halt bot. Im Freien angekommen holte Mulder erst einmal tief Luft. Einen Moment später hatte Scully ihn eingeholt.&lt;br /&gt;„Bleiben Sie doch mal ruhig stehen. Ich weiß ja gar nicht, wo ich hin gucken soll.”&lt;br /&gt;„Ich stehe völlig ruhig. Wie sind Sie hergekommen?”&lt;br /&gt;„Mit dem Auto.”&lt;br /&gt;„Und wo haben Sie geparkt?”&lt;br /&gt;„Auf dem Parkplatz... glaube ich.”&lt;br /&gt;„Sie glauben es. Heißt das, wir dürfen jetzt erst mal nach dem Auto suchen?”&lt;br /&gt;„Ja.” Sie schwankte.&lt;br /&gt;Sie gingen zum Parkplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Mulder ließ seinen Blick über die Reihen geparkter Autos streifen. An Wochenenden war es hier immer voll. Er seufzte.&lt;br /&gt;„Na, toll. Wissen Sie wenigstens ungefähr, wo Sie geparkt haben?”&lt;br /&gt;„Irgendwo da vorne?”&lt;br /&gt;Sie ließ ihren Zeigefinger durch die Luft kreisen. Eine Handbewegung, die einen Großteil des Parkplatzes umfasste.&lt;br /&gt;„Sehr präzise Auskunft.”&lt;br /&gt;Sie suchten vergeblich auf dem großen Parkplatz nach Scullys Auto. Beinahe hätten sie die Suche schon aufgegeben. Dann aber kam Mulder die Idee, dass sie ihren Wagen nicht auf dem Parkplatz, sondern an der Straße abgestellt haben könnte. Sie hatte ja selbst gesagt, dass sie nicht wusste, wo es stand. Seine Augen durchsuchten die lange Autoschlange an der Straße. Scullys war darunter.&lt;br /&gt;„Na also, da ist es. Kommen Sie mit, Scully.”&lt;br /&gt;Er nahm ihre Hand und zog sie mit sich.&lt;br /&gt;„Geben Sie mir ihren Autoschlüssel.”&lt;br /&gt;„Warum?”&lt;br /&gt;„Weil ich fahren werde. Sie sind eine Gefahr für den Straßenverkehr.”&lt;br /&gt;Sie kramte umständlich in ihrer Tasche, fischte den Schlüssel hervor und gab ihn Mulder.&lt;br /&gt;„Ich bin eine Gefahr? Ich bin eine Gefahr für den Straßenverkehr? Nur weil Sie nicht ruhig stehen bleiben können, bin ich eine Gefahr?”&lt;br /&gt;Mulder ignorierte ihre Ausführungen und setzte sich hinters Steuer. Wie ein nasser Sack fiel Scully auf den Beifahrersitz.&lt;br /&gt;„Fahren wir schon?”&lt;br /&gt;„Nein.”&lt;br /&gt;„Warum schaukelt es denn dann hier so wie auf einem Schiff bei starkem Seegang?”&lt;br /&gt;Mulder bedachte Scully mit einen resignierten Blick. Er umfasste mit Daumen und Zeigefinger ihr Kinn, drehte ihr Gesicht zu sich und sah ihr direkt in die Augen.&lt;br /&gt;„Scully?”&lt;br /&gt;„Ja?”&lt;br /&gt;„Wie viel haben Sie eigentlich getrunken?”&lt;br /&gt;Ihre Augen nahmen einen schuldbewussten Ausdruck an. Wie ein Kind, das etwas dummes angestellt hatte und dabei erwischt worden war, schaute sie Mulder an.&lt;br /&gt;„Zu viel?”&lt;br /&gt;„Das ist mir klar. Wie viel zu viel?”&lt;br /&gt;Der eben noch schuldbewusste Ausdruck ihrer Augen wich etwas anderem. Trotz.&lt;br /&gt;„Das geht Sie überhaupt nichts an”, erklärte sie pampig.&lt;br /&gt;„Okay, steigen Sie wieder aus.”&lt;br /&gt;„Wieso? Sind wir schon da?”&lt;br /&gt;„Nein, der Wagen hat keinen Sprit mehr.”&lt;br /&gt;Mulder stieg aus, lief um den Wagen herum und half Scully beim Aussteigen. Gleich nachdem er sie losgelassen hatte, hielt sie sich am Auto fest.&lt;br /&gt;„Nehmen wir ein Taxi”, schlug sie vor.&lt;br /&gt;„Ich kann mir kein Taxi leisten. Ich habe kein Geld bei mir. Wie sieht es in Ihrem Portemonnaie aus?”&lt;br /&gt;Scully holte es aus ihrer Tasche hervor. Sie hielt es etwas zu dicht an ihre Augen, als sie hinein sah.&lt;br /&gt;„Ebbe. Für ein Taxi reicht es nicht mehr.”&lt;br /&gt;„Dann werden wir laufen.”&lt;br /&gt;„Laufen? Zu Fuß? Aber bis zu mir nach Hause ist es viel zu weit um zu laufen.”&lt;br /&gt;„Richtig. In ihrem Zustand werden Sie es kaum so weit schaffen. Und deshalb werden wir zu mir gehen. Das ist nicht weit von hier.”&lt;br /&gt;„In meinem Zustand? Was soll das heißen, in meinem Zustand? Ich bin in allerbester Verfassung.”&lt;br /&gt;„Das ändert aber nichts daran, dass meine Wohnung sehr viel näher ist als ihre und wir da jetzt hingehen. Außerdem sind Sie nicht in bester Verfassung sondern völlig betrunken.”&lt;br /&gt;Scully versuchte allein zu stehen, doch ohne das stützende Auto geriet sie ins Wanken. Sofort fasste sie wieder danach. Mulder erkannte, dass sie ohne seine Hilfe hier nicht wegkommen würde. Er hakte sich bei ihr unter, so dass sie sich auf seinem Arm abstützen konnte. Es war nicht so, dass er etwas dagegen hatte, dass sie sich prompt an ihn klammerte. Im Gegenteil. Trotzdem wäre es ihm lieber gewesen, wenn nicht ihre Trunkenheit der Grund dafür gewesen wäre.&lt;br /&gt;„Also los. Da geht's lang.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie gingen in Richtung Mulders Wohnung. Na ja, Mulder ging. Scully versuchte so etwas ähnliches wie zu gehen. Immer wieder drohte sie das Gleichgewicht zu verlieren. Während sie sich so mehr oder weniger vorwärts bewegten, betrachtete Mulder Scully grübelnd von der Seite.&lt;br /&gt;„Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht?” fragte er kopfschüttelnd.&lt;br /&gt;„Wobei?”&lt;br /&gt;„Sich so zu betrinken.”&lt;br /&gt;„Gar nichts.”&lt;br /&gt;„Gar nichts? Es passt überhaupt nicht zu Ihnen sich sinnlos zu besaufen.”&lt;br /&gt;„Vielleicht hatte ich doch einen Grund. Ich habe ihn vergessen. Dann war es doch nicht sinnlos.”&lt;br /&gt;„Haben Sie ihn vergessen oder wollen Sie ihn mir nicht sagen?”&lt;br /&gt;„Und wenn schon, gerade Ihnen werde ich ihn nicht sagen.”&lt;br /&gt;„Es hat also etwas mit mir zu tun?”&lt;br /&gt;„Nein!”&lt;br /&gt;Es klang viel zu entsetzt, als das Mulder die Lüge nicht bemerkt hätte. Jetzt fiel ihm die kleine Auseinandersetzung von heute morgen wieder ein. Er hatte ihr ein paar unschöne Dinge gesagt, die er gleich darauf bereute. Das meiste davon hatte er mittlerweile schon wieder vergessen. Ein unbedeutender, harmloser Streit. Worum es eigentlich ging, wusste er nicht mehr genau. Es hatte irgendwas mit dem Thema Eifersucht zu tun gehabt. Es war darauf hinausgelaufen, dass er ihr gesagt hatte, dass er sich nie in sie verlieben könnte. Woraufhin sie das Büro verlassen hatte. Hatte er sie damit etwa verletzt? Das konnte doch unmöglich der Grund sein. Und wenn, dann war es mit Sicherheit nicht der Einzige. Es musste noch mehrere Gründe dafür geben. Es war doch gar nicht ihre Art sich wegen so etwas in den Alkohol zu flüchten. Wenn seine Worte wirklich einer der Gründe sein sollten, dann tat es ihm leid. Er hatte ihr nicht weh tun wollen. Zumal es nicht der Wahrheit entsprach, was er zu ihr gesagt hatte. Ganz und gar nicht der Wahrheit entsprach.&lt;br /&gt;„Scully, Sie wissen genau, dass es nichts nützt etwas im Alkohol zu ertränken. Was auch immer es ist”, versuchte er es erneut.&lt;br /&gt;„Das müssen Sie gerade sagen.”&lt;br /&gt;„Ja genau, ich muss es von uns Zweien ja wohl am Besten wissen.”&lt;br /&gt;„Halten Sie mir bloß keine Vorträge, nur weil ich ein einziges Mal so etwas getan habe. Sie haben auch genug Macken, gegen die ich nie etwas sage.”&lt;br /&gt;„Das will ich jetzt aber genauer wissen, nennen Sie mir eine davon.”&lt;br /&gt;„Zum Beispiel haben Sie ein gestörtes Verhältnis zu Bleistiften.”&lt;br /&gt;„Was habe ich?”&lt;br /&gt;„Ein gestörtes Bleistiftverhältnis. Jeder halbwegs vernünftige und normal denkende Mensch bewahrt seine Stifte in oder auf dem Schreibtisch auf oder in irgendeinem Behälter dafür. Und Sie, was tun Sie? Sie stecken ihre Bleistifte in die Decke. Wenn man im Büro einen Bleistift braucht, muss man entweder sehr groß sein, auf den Schreibtisch klettern oder warten, bis einer runterfällt. Für Sie ist das vielleicht einfach einen Stift da raus zu holen, Sie sind groß. Ich komme da nicht mal dran, wenn ich auf den Schreibtisch klettere. Ich bin klein. Ich bin überhaupt viel zu klein. Ich werde immer übersehen.”&lt;br /&gt;„Scully, was reden Sie denn da für einen Blödsinn. Niemand übersieht Sie. Man kann Sie gar nicht übersehen. Sie sind nicht zu klein.”&lt;br /&gt;„Doch! Ich bin ein zu kurz geratenes Etwas. Ich bin eine Zwergin.”&lt;br /&gt;„Das ist doch Unsinn.” &lt;i&gt;Sie sind eine wunderschöne, attraktive Frau&lt;/i&gt;, fügte er im Geiste hinzu.&lt;br /&gt;„Ist es nicht. Sie beachten mich ja auch nicht wirklich. Für Sie bin ich doch bloß die kleine Partnerin, die vor nichts Angst hat und für alles eine wissenschaftliche Erklärung parat hat. Ein kaltes, gefühlloses Lexikon. Da muss man doch depressiv werden und sich besaufen, wenn der Mann, den man lie..." Scully verschluckte den Rest des Wortes, bestürzt darüber, was sie beinahe gesagt hätte.&lt;br /&gt;„Wenn was?"&lt;br /&gt;„Wenn man für so was gehalten wird. Ich habe schließlich auch Gefühle!"&lt;br /&gt;„Das bezweifelt ja auch niemand. Ich habe Sie noch nie für kalt oder gefühllos gehalten, das wissen Sie."&lt;br /&gt;„Ach ja, weiß ich das?"&lt;br /&gt;„Vorsicht!”&lt;br /&gt;Mulder blieb stehen und zog Scully zur Seite. Beinahe wäre sie gegen den Pfosten einer Straßenlaterne gelaufen. Scully kam ins Stolpern. Er hatte wohl etwas zu heftig gezogen. Um nicht zu fallen klammerte sie sich noch fester an Mulder. Mit aller Kraft versuchte er Scully am Fallen zu hindern. Es dauerte eine Weile, bis sie sich wieder gefangen hatte. Sie fing an laut zu lachen. Fast hätte sie sich daran verschluckt, was nur zur Folge hatte, dass sich dieser Heiterkeitsausbruch noch steigerte. Mulder hatte sie noch nie so lachen sehen. Es gefiel ihm, denn sie sah sogar fast glücklich aus. Er bemerkte, dass er selbst anfing zu grinsen. Doch schließlich bekam Scully sich wieder in den Griff. Sie stand wieder einigermaßen aufrecht neben ihm und hörte auf zu lachen. Fast tat es ihm leid. Sie setzten ihren Weg fort. Scully schien die Bleistifte, ihre Körpergröße und ihre Gefühle vergessen zu haben. Einige Zeit lang gingen sie schweigend, Scully immer noch schwankend, nebeneinander her, bis Scully irgendwann einen neuerlichen Einfall hatte, den sie Mulder unbedingt mitteilen musste.&lt;br /&gt;„Wissen Sie was, Mulder. Sie sind ein Waschlappen.”&lt;br /&gt;„Ich bin ein was?”&lt;br /&gt;„Ein Waschlappen.”&lt;br /&gt;„In wiefern?”&lt;br /&gt;„In Bezug auf Frauen.”&lt;br /&gt;„Wie kommen Sie denn jetzt da drauf?”&lt;br /&gt;„Wann zum Beispiel hatten Sie zuletzt ein Date? Hatten Sie überhaupt jemals eins seit wir uns kennen?”&lt;br /&gt;„Scully, was soll die Frage?”&lt;br /&gt;„Sehen Sie, Sie weichen mir aus. Ich habe Recht.”&lt;br /&gt;„Na schön, es ist wirklich schon länger her. Aber wozu brauche ich so was überhaupt? Ich habe doch Sie. Sie sind anstrengend genug.”&lt;br /&gt;„Ich bin anstrengend? Das ist ja wohl eine ganz schwammige Ausrede. Ich habe Recht. Sie sind ein Waschlappen, ein süßer zwar, aber trotzdem ein Waschlappen.”&lt;br /&gt;„Halten Sie die Klappe, Scully.”&lt;br /&gt;„Warum?”&lt;br /&gt;„Wir sind da.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie hatten ungefähr die dreifache Zeit gebraucht um hier her zu kommen, die Mulder normalerweise brauchte, wenn er langsam ging. Im Treppenhaus angekommen beäugte Scully skeptisch die Treppe.&lt;br /&gt;„Mulder, die Treppe dreht sich.”&lt;br /&gt;Scully schaute mit einem Gesichtsausdruck zu Mulder auf, den man beinahe ängstlich nennen könnte. Er schenkte ihr ein beruhigendes, wenn auch amüsiertes Lächeln.&lt;br /&gt;„Wir nehmen wohl besser den Fahrstuhl.”&lt;br /&gt;Doch daraus wurde nichts. An den Türen klebte ein Stück Papier, worauf jemand handschriftlich vermerkt hatte, dass der Fahrstuhl außer Betrieb war.&lt;br /&gt;„Er ist defekt. Wir müssen also die Treppe nehmen.”&lt;br /&gt;Sie blieben am Fuß der Treppe stehen. Scully klammerte sich krampfhaft am Geländer fest.&lt;br /&gt;„Sie dreht sich immer noch. Können Sie sie nicht anhalten?”&lt;br /&gt;„Scully, die Treppe dreht sich nicht.”&lt;br /&gt;„Doch, das tut sie.”&lt;br /&gt;„Na kommen Sie, Sie schaffen das.”&lt;br /&gt;Mulder legte ihren Arm um seine Schultern und seinen Arm um ihren Rücken, damit sie mehr Halt hatte. So konnte sie sich auf der einen Seite am Geländer, auf der anderen Seite an ihm festhalten. Schritt für Schritt stiegen sie so die Treppe hinauf. Es war ein sehr mühsamer Aufstieg. Dennoch erreichten sie irgendwann tatsächlich die letzte Treppenstufe. Scully gluckste vergnügt. Die Situation schien sie zu belustigen.&lt;br /&gt;„Ich habe noch nie so lange gebraucht, um hier hoch zu kommen.”&lt;br /&gt;Während Mulder den Wohnungsschlüssel suchte, lehnte Scully an der Wand. Sie gähnte geräuschvoll. Ihr leicht entrückter Blick und das eigenartige Schaukeln ihres Körpers verrieten ihren Zustand. Zum Glück war zur Zeit niemand sonst im Treppenhaus. Die meisten Nachbarn schliefen schon. Mulder war ehrlich froh darüber, dass sie niemand sah. Aber dann hörte er, wie unten die Haustür aufgeschlossen wurde und jemand die Treppe heraufkam. Zu früh gefreut. Wo hatte er nur seinen Schlüssel gelassen? Mulder beeilte sich sämtliche Taschen, die seine Jacke zu bieten hatte, zu durchsuchen. Die Schritte wurden zunehmend lauter. Warum musste der ausgerechnet jetzt durchs Treppenhaus laufen? Endlich fand Mulder seinen Schlüssel. Er schloss die Tür auf, nahm Scully an die Hand, führte sie nach drinnen und zog dann erleichtert die Tür hinter sich zu. Er half Scully dabei ihren Mantel auszuziehen. Sie ließ es geschehen ohne zu protestieren. Ganz Gentlemanlike nahm er ihr das schwere Kleidungsstück ab und hängte es dann zusammen mit seiner Jacke an den Haken. Scully schwankte bedrohlich. Sie verlor das Gleichgewicht und fiel in Mulders Arme. Er reagierte gerade noch rechtzeitig um sie aufzufangen. Plötzlich war ihr Gesicht unmittelbar vor ihm. Ihre Augen direkt vor seinen. Nur wenige Zentimeter trennten ihre Lippen von seinem Mund. Sein Herz klopfte wie wild, sein Atem stockte, ihm wurde heiß. Sie war so nah. Zu nah. Keine Frage, er wollte es. Er wollte sie küssen, doch irgendetwas in ihm sperrte sich dagegen. Nein, er durfte jetzt nicht die Beherrschung verlieren. Aber wann würde er jemals wieder eine solche Chance bekommen? Vielleicht nie. Sollte er diese Gelegenheit einfach ungenutzt verstreichen lassen? In Anbetracht der Tatsache, dass sie völlig betrunken war und morgen früh vermutlich sowieso alles vergessen haben würde, was heute geschah, war es ganz egal, was er tat. Er überwand auch noch den letzten Abstand zwischen ihnen und küsste sie leidenschaftlich. Fordernd versuchte sein Mund ihre Lippen auseinander zu zwängen. Scully gab seinem sanften Druck nach und öffnete ihre Lippen. Seine Zunge schob sich in ihren Mund, suchte und fand die Ihre. Sie schmeckte süß, nach Alkohol. Der Kuss dauerte mehrere Sekunden lang, für Mulders Geschmack allerdings viel zu kurz. Jetzt hätte die Zeit stehen bleiben können. Aber sie lief weiter und der Augenblick verging. Er befahl sich selbst wieder zur Besinnung zu kommen und ließ wenn auch nur ungern von ihr ab. Schnell brachte er wieder etwas Raum zwischen sich und Scully.&lt;br /&gt;„Wow.” Ihre Stimme klang atemlos.&lt;br /&gt;„Ich dachte eigentlich, es sei unmöglich, dass mir noch schwindliger wird. Es geht doch.”&lt;br /&gt;Scully starrte ihn mit großen Augen an. Sie sah aus wie ein Kind, dem man gerade ein großes, bis oben hin gefülltes Bonbonglas geschenkt hatte. Mulder konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.&lt;br /&gt;„Noch mal”, bat sie.&lt;br /&gt;Er hatte mit allem anderen gerechnet, nur damit nicht. Hatte sie das wirklich gesagt, war das ihr Ernst? &lt;i&gt;Sie ist betrunken, der Alkohol hat ihr das Hirn vernebelt, sie weiß nicht mehr, was sie sagt.&lt;/i&gt;  Er versuchte sich selbst zur Vernunft zu bringen. Aber egal, ob sie es ernst meinte oder nicht. Wer hätte dieser Bitte schon widerstehen können? Mulder jedenfalls nicht. Der Abstand zwischen ihnen verringerte sich wieder. Scullys Lippen öffneten sich, bevor sein Mund sie abermals berührte. Sofort eroberte seine Zunge ein zweites Mal ihren Mund. Ebenso wild wie er erwiderte sie seinen Kuss. Längst verloren geglaubte Gefühle erwachten in ihm zu neuem Leben. Scullys Körper presste sich an ihn. Er hätte nicht sagen können, ob das die Reaktion auf seinen Kuss war oder ob sie Halt suchte. Er wusste nur, dass es sich gut anfühlte. Sie küssten sich sehr lange. Stürmisch und heiß. Scullys Hände legten sich auf seine Hüften. Wie von selbst umfassten seine Arme eng ihre Taille. Er spürte wie ihre Hände an seiner Hose entlang in Richtung Reißverschluss rutschten. Von wo sie sich langsam weiter nach unten vortasteten. Er erstarrte. Ihre elektrisierende Berührung raubte ihm den Atem. Plötzlich meldete sich sein Gewissen. In ihm wuchs die Befürchtung, dass sie zu weit gehen würden, wenn er sie nicht davon abhielt. So sehr er sie auch begehrte, er durfte es nicht zulassen. &lt;i&gt;Sie ist betrunken, sie weiß nicht, was sie tut&lt;/i&gt;, rief er sich immer wieder ins Gedächtnis. Es erstaunte ihn, dass er noch so klar denken konnte. Aber einer von ihnen musste vernünftig bleiben und die Notbremse ziehen. Sie würde es allem Anschein nach nicht tun. Damit wieder etwas Luft zwischen ihre Körper kam, schob er Scully ein wenig fort. Ohne es wirklich zu wollen griff er nach ihren Händen, um sie von sich zu nehmen. Nur widerstrebend löste er sich von ihrem Mund. Als er wieder zu sich kam, merkte er, dass Scully vornüber gekippt war. Ihr Kopf lehnte gegen seine Brust. Sie konnte die Augen vor Müdigkeit kaum noch offen halten. Er versuchte sie dazu zu bringen sich wieder gerade hinzustellen. Vergebens. Sie war so müde, dass sie keinen Schritt mehr gehen würde. Sie schlief ja schon fast im Stehen. Mulder legte einen Arm um ihren Rücken, den anderen um ihre Beine und hob sie hoch. Scully stieß einen kurzen Schrei aus, als sie den Boden unter den Füßen verlor. Darauf war sie nicht gefasst gewesen. Doch sobald sie sicher in seinen Armen lag, fiel ihr Kopf gegen seine Schulter. Mulder trug sie ins Schlafzimmer. Vorsichtig legte er sie in sein bereits gemachtes Bett, neben die zurückgeschlagene Bettdecke.&lt;br /&gt;„Sie können einen alten Pyjama von mir haben. Ausziehen müssen Sie sich schon alleine. Schaffen Sie das?”&lt;br /&gt;Scully nickte schwach. Mulder kramte einen Pyjama für sie aus seinem Schrank hervor und legte ihn auf das Bett, ehe er den Raum verließ. Für sich bereitete er die Couch vor, damit er dort die Nacht verbringen konnte. Bevor er sich schlafen legte, sah er noch einmal nach Scully. Sie schlief bereits tief und fest. Die Bettdecke lag noch genauso neben ihr wie vorhin. Scully war immer noch angezogen. Das einzige, wozu sie noch in der Lage gewesen war, war sich ihre Schuhe abzustreifen und die obere Hälfte ihres Hemdes aufzuknöpfen. Darunter trug sie nur noch einen BH, der bereits vollständig zum Vorschein gekommen war. Mulder ertappte sich dabei, wie er auf die schwarze Spitze und die nackte Wölbung des Brustansatzes darüber starrte. Er zwang sich seinen Blick woanders hin zu richten. Aber seine Augen klebten förmlich an ihrer nackten Haut. Hartnäckig kämpfte er gegen den überwältigenden Drang an seinen Kopf darin vergraben zu wollen. Er schloss für einen kurzen Moment die Augen und versuchte diesen Gedanken zu vertreiben. Statt dessen stellten sich neue Wünsche ein. Scullys Anblick machte ihn schwach. Unerträgliche Hitze stieg in ihm auf. Er sehnte sich nach eiskaltem Wasser, um die schwelende Glut in seinem Inneren zu löschen. Heftig setzte er sich gegen den Gedanken zur Wehr, die letzten noch verschlossenen Knöpfe ihres Hemds zu öffnen und ihre Brüste auch von dem restlichen dünnen Stoff zu befreien, der sie noch bedeckte. Gegen die Gedanken mit seinen Fingern ihre Fülle zu umfassen, sie zu streicheln, seine Lippen auf sie zu legen, sie mit Küssen zu liebkosen, seine Zunge ihre zarte Haut erkunden zu lassen. Allein durch die Vorstellung geriet er in Wallung. Er atmete tief durch und bemühte sich angestrengt diese ihn versengenden Gedanken aus seinem Kopf zu verjagen. Schließlich schaffte er es das letzte bisschen Verstand in ihm zusammenzukratzen, das sie ihm noch gelassen hatte und die Gedanken zu verdrängen. Bevor er etwas anderes tun konnte, griff er schnell nach der Bettdecke und deckte Scully sorgfältig zu.&lt;br /&gt;„Gute Nacht, Scully”, flüsterte er dicht an ihrem Ohr.&lt;br /&gt;Leise knipste er das Licht aus und zog die Tür zum Schlafzimmer mit einem letzten Blick auf Scully hinter sich zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mulder konnte nicht einschlafen. Er lag auf der Couch und starrte die Zimmerdecke an. Seine Gedanken kreisten immer wieder um die selben Fragen. Was, wenn sie Morgen doch noch wusste, was vorgefallen war? Dass er sie so leidenschaftlich geküsst hatte und wie ihre Reaktion darauf ausgefallen war. Und wenn nicht, sollte er es ihr dann gestehen? Oder war es besser es ihr zu verheimlichen? Er fand keine Antwort. Das einzige, was er wusste, war, dass er nie vergessen würde, wie es war sie zu küssen. Die Erinnerung daran würde nicht aus seinem Gedächtnis gelöscht werden können. Sie würde in seinen Träumen wieder aufleben. Gleichzeitig wünschte er sich, er könnte es vergessen. Denn dieses Wissen löste die Sehnsucht danach aus es immer wieder zu tun. Eine neue Frage drängte sich auf. Was wäre passiert, wenn sie nüchtern gewesen wäre? Hätte sie dann genauso reagiert? Er verwarf die Frage sofort wieder. Vermutlich wäre es dann gar nicht erst so weit gekommen. Mulder wollte nicht mehr darüber nachdenken. Verbissen versuchte er sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Aber das Bild von ihr, wie sie nebenan in seinem Bett lag, wollte einfach nicht aus seinem Kopf verschwinden. Draußen dämmerte bereits der Morgen, als er endlich einschlief.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war bereits kurz vor Mittag. Mulder stand in der Tür zum Schlafzimmer, ein Glas mit einer trüben, weißlichen Flüssigkeit darin in der Hand. Er beobachtete Scully, die gerade aufwachte. Sie sah sich verwirrt um. Als sie Mulder bemerkte, setzte sie sich auf.&lt;br /&gt;„Wieso bin ich hier? Wie bin ich überhaupt hier her gekommen?”&lt;br /&gt;„Ich habe Sie aufgesammelt und hergebracht.”&lt;br /&gt;Sie sah noch verwirrter aus als eben. Er kam zu ihr ans Bett. Scully ließ ihren Kopf in ihre Hände fallen. Mulder unterdrückte ein Grinsen. Er konnte sich vorstellen, wie sich ihr Kopf anfühlen musste. Scullys Blick fiel durch die Spalten zwischen ihren Fingern, so dass sie den Zustand ihrer Kleidung entdeckte. Schnell knöpfte sie ihr Hemd zu. Etwas verlegen sah sie wieder zu Mulder auf.&lt;br /&gt;„Au.”&lt;br /&gt;Die rasche Kopfbewegung hatte ihr gar nicht gut getan.&lt;br /&gt;„Hier, das hilft gegen die Kopfschmerzen.”&lt;br /&gt;Er reichte ihr das Glas.&lt;br /&gt;„Woher wissen Sie, dass ich Kopfschmerzen habe?”&lt;br /&gt;„So betrunken wie Sie waren, ist das kein Wunder.”&lt;br /&gt;„Ich war betrunken? Ich kann es zwar nicht glauben, aber meine Kopfschmerzen sagen mir, dass es wahr sein muss. Warum? Ich meine, wieso war ich betrunken?”&lt;br /&gt;„Das haben Sie mir leider nicht verraten.”&lt;br /&gt;„Ich kann mich an absolut nichts mehr erinnern.”&lt;br /&gt;„Es war sehr... interessant.”&lt;br /&gt;„Oh.”&lt;br /&gt;Sie trank einen Schluck und verzog das Gesicht. Das Zeug schmeckte abscheulich.&lt;br /&gt;„Habe ich mich irgendwie daneben benommen?”&lt;br /&gt;„Es hielt sich in Grenzen.”&lt;br /&gt;Sie sah ihn ernst an.&lt;br /&gt;„Ist irgendetwas passiert, dass ich wissen sollte?”&lt;br /&gt;Er zögerte. &lt;i&gt;Jetzt oder nie&lt;/i&gt;, dachte er. Doch dann verließ ihn der Mut. Er konnte es ihr nicht sagen. Selbst wenn er gewollt hätte, er wusste nicht wie. So sagte er nur:&lt;br /&gt;„Nein, nichts.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;b&gt;//°//=//°// Ende //°//=//°//&lt;b&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/b&gt;&lt;/b&gt;</content>
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